Ostfries des Parthenon

London / Athen, Brit. Mus. / Akropolismuseum
Marmor
Höhe: 1,02 m

Der Parthenongrößter Tempel auf der Athener Akropolis, der Stadtgöttin Athena Parthénos (der "Jungfräulichen") geweiht, 447-432 v. Chr. unter Leitung der Architekten Iktinos und Kallikrates errichtet ist nicht nur, wie andere dorische Tempel mit Giebelfiguren und Metopen ausgestattet, sondern weist mit dem Fries, der sonst nur an ionischen Tempeln zu finden ist, eine Besonderheit auf. Der Fries des Parthenon verläuft oben an der Cellamauer auf einer Länge von über 159 Metern um den gesamten Innenraum des Parthenon herum. Mit ca. 5 cm ist das Relief äußerst flach. Von der ursprünglichen Bemalung ist nichts erhalten. Details, die in Metall ergänzt waren, sind ebenfalls verloren.

Dargestellt ist ein alle vier Jahre in Athen stattfindendes Ereignis − der große Festumzug anlässlich der 'Großen Panathenäen'. Auf dem Fries sind alle Teilnehmer des Panathenäenzuges dargestellt, die Reiterei Athens, Männer mit Opfertieren, Musiker, Mädchen mit Opfergefäßen, athenische Bürger usw. Sie treffen am Ende ihres Zuges, an der Ostseite, auf eine Versammlung sitzender Figuren − die 12 Götter, die zu Ehren der Athener am Fest teilnehmen. Durch ihre Größe werden die sitzenden Götter hervorgehoben. In der Mitte der Götterversammlung wird das wichtigste Ereignis des Panathenäenzuges gezeigt − die Übergabe des neuen Gewandes der Athenain der griechischen Mythologie die Lieblingstochter des Zeus; sie entsprang mit Helm und Brustpanzer dem väterlichen Haupt, dem Sitz des göttlichen Denkens und weisen Rates. Sie förderte die sinnvolle Arbeit des Friedens; Kunst und Wissenschaft standen unter ihrem Schutz. Als jungfräuliche Kriegerin unterstützte sie den besonnenen Kampf.. Zum ersten Mal sind gewöhnliche Menschen in den Skulpturenschmuck eines Tempels einbezogen. Athen feiert sich − inmitten von Göttern und Heroen − selbst.