Tyrannenmörder

Neapel, Nationalmuseum
Marmor
Höhe: 1,85 m

Als 510 v. Chr. der letzte Tyrann von Athenseit neolithischer Zeit kontinuierlich besiedelte Hauptstadt Griechenlands, bedeutend aufgrund der Entwicklung der Demokratie und der klassischen Bebauung der Akropolis im 5. Jh. v. Chr. vertrieben wurde, errichtete man den zwei Männern, die als Vorkämpfer der Demokratie galten, öffentliche Ehrenstatuen auf der AgoraBezeichnung für den Markt und auch für die dort stattfindende Volksversammlung im alten Griechenland.. Die 'Tyrannenmörder' Harmodios und Aristogeiton hatten 514 v. Chr. ein Attentat auf den Tyrannen Hipparchoszusammen mit seinem Bruder Hippias von 528 bis 514 v. Chr. Tyrann von Athen; Sohn des Peisistratos; fiel 514 v. Chr. dem gegen ihn und seinen Bruder gerichteten Mordanschlag durch die Athener Harmodios und Aristogeiton zum Opfer. verübt und waren dabei ums Leben gekommen. Die Skulpturen zeigen beide im Moment des Attentats, im Ausfallschritt und mit erhobenem Schwert, in heroischer Nacktheit und mit ernstem Gesichtsausdruck.

Plinius1 (N.H. XXXIV 17) berichtet, dass sie die ersten Menschen waren, deren Leistung für den Staat man in der Antike mit der Errichtung öffentlicher Ehrenstatuen ehrte. Als die Perser 480 v. Chr. Athen eroberten, nahmen sie die Statuen der Tyrannenmörder als Beute mit nach Persien. Wie wichtig dieses Denkmal für die Athener war; zeigte sich nach ihrem Sieg bei der Rückkehr in ihre zerstörte Stadt. Bereits 477/76 v. Chr. ließen sie neue Skulpturen der Tyrannenmörder von den Bildhauern Kritios und Nesiotes anfertigen, um die verlorene Gruppe zu ersetzen. Die originalen Skulpturen aus Bronze gingen zwar verloren, doch blieben mehrere römische Kopien aus Marmor erhalten.

Zugleich stellen die 'Tyrannenmörder' auch ein Beispiel antiker politischer Propaganda dar. Wie Thukydides überliefert, handelte es sich nämlich nicht um ein politisches Attentat, sondern um eine private Auseinandersetzung zwischen Adligen die zum Anschlag auf den Tyrannen führte. Athen schuf sich mit den 'Tyrannenmörder' somit sein eigenes Denkmal, indem sie einen Mordanschlag zu einer heroischen Tat für die Demokratie stilisierte.