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Wagenlenker

Delphi, Museum
Bronze
Höhe: 1,80 m

Der bei den französischen Ausgrabungen in DelphiOrakelheiligtum des Apollon am Südabhang des Parnaß im Mittelgriechenland mit bedeutenden antiken Resten in der Nähe des Apollontempels gefundene Wagenlenker gehört zu den wenigen erhaltenen Bronzeoriginalen des Strengen Stils. Er wurde zusammen mit den Resten des Wagens, auf dem er aufgestellt war, und seines ebenfalls bronzenen Viergespanns gefunden. Durch seine Tracht, den langen, durch Bänder am Oberkörper zurückgebundenen Chitongriechisches Untergewand aus dünnem Stoff, mit oder ohne Ärmel, knielang für Männer bzw. lang für Frauen. ist er als Wagenlenker gekennzeichnet. Um den Kopf ist eine Siegerbinde geschlungen, die im Original mit einem aus Kupfer und Silber eingelegten Ornament verziert ist. Die Augen waren ebenfalls aus farbigem Material eingesetzt. in zusammen mit dem Wagenlenker gefundener Block der Basis überliefert die Aufstellung des Wagenlenkers.

Das Gespann war in Vorderansicht dargestellt und dem Betrachter zugewandt, während. Auf dem Block der Basis ist auch die Weihinschrift überliefert:

[...P]olyzalos, siegreich mit den Pferden, hat mich geweiht der Sohn des Deinomedes. Den fördere, Apollon mit dem guten Namen.

Polyzalos aus der Familie der Deinomeniden, Bruder des Hieron, des Tyrannen von Syrakus, stiftete diese Statuengruppe nach seinem Sieg im Pferderennen bei den pythischen Spielen in DelphiOrakelheiligtum des Apollon am Südabhang des Parnaß im Mittelgriechenland mit bedeutenden antiken Resten. Ob auch er neben seinem Wagenlenker auf dem Wagen dargestellt war, ist nicht zu klären, da Reste einer weiteren Statue fehlen. Die erste Zeile der Weihinschrift lautete jedoch ursprünglich anders:

Polyzalos, Herr von Gela, hat dies Denkmal errichtet.

Herr von Gela nannte sich Polyzalos aber nur zwischen 478 und 467 v. Chr. Da der Sieg im Pferderennen des Jahres 470 v. Chr. an seinen Bruder Hieron ging, kann Polyzalos nur 478 oder 474 v. Chr. bei den alle vier Jahre stattfindenden Pythien gesiegt haben. Die Statue des Wagenlenkers gehört somit nicht nur zu den wenigen Bronzeoriginalen, sondern auch zu den wenigen festdatierten antiken Skulpturen.