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Sterbender Krieger aus dem Ostgiebel des Aphaiatempels, sog. Laomedon

München, Glyptothek
Marmor
Höhe: 0,64 m

Die Figur eines verwundeten Kriegers stammt aus dem Ostgiebel des Tempels der Aphaiaäginetische Göttin von lokaler Bedeutung, auf Kreta als Diktynna verehrt und später mit Athena gleichgesetzt, einer lokalen Gottheit Aeginasgriechische Insel im saronischen Golf, 16 Seemeilen von Athen/Piräus entfernt. Dargestellt war der erste Kriegszug griechischer Helden gegen TrojaSiedlung am Hellespont in der Türkei, in der Ilias belagert und zerstört, seit der Entdeckung durch Schliemann 1871 Ausgrabungen der verschiedenen Siedlungsphasen. An der Stelle, an der der tödliche Pfeil den Verwundeten in die Brust traf, ist nur noch ein Loch zu erkennen, da dieser Pfeil aus Bronze bestand und verloren ging. Der nackte Krieger ist bereits zu Boden gesunken und stützt sich auf seine Waffen − einen Schild und ein heute ebenfalls verlorenes Schwert. Im Vergleich dieser Figur mit einem Gefallenen aus dem älteren und stilistisch noch nicht so weit entwickelten Westgiebel zeigt sich anhand eines Baus die Entwicklung, die die griechische Plastik zwischen 500 und 480 v. Chr. genommen hat. Das "archaische Lächeln" ist fast ganz verschwunden. Der Körper erstreckt sich freier im Raum, er scheint geradezu aus dem Giebel herauszufallen. Hand und rechter Fuß ragen über den Rand des Giebels heraus. Der Körper ist viel natürlicher durchgebildet, wie es z.B. besonders deutlich wird beim Vergleich der Brustkörbe. Die Figur, betrachtet man sie vom linken Fuß bis zur rechten Hand, ist geradezu in sich gedreht.