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Kore mit den 'Sphinxaugen'

Athen, Akropolismuseum
Marmor
Höhe: 0,92 m

Die Korewörtlich "Mädchen", archäologischer Fachausdruck für den in der Skulptur des 6. Jhs. v. Chr. sehr verbreiteten Statuentypus der stehenden jungen Frau in reicher Gewandung Nr. 674 gehört zu dem großen Komplex archaischer Skulptur, der bei den Ausgrabungen auf der Akropolis im sogenannten "Perserschutt" gefunden wurde. Sowohl ihr Gewand, ein Chitongriechisches Untergewand aus dünnem Stoff, mit oder ohne Ärmel, knielang für Männer bzw. lang für Frauen. mit Schrägmäntelchen, als auch der Mantel waren farbig gehalten und mit Ornamenten geschmückt. Mit der linken Hand raffte die Kore das Gewand oberhalb des Knies, während die rechte Hand wahrscheinlich einen Gegenstand hielt, beispielsweise eine Blume, einen Vogel oder einen Granatapfel. Der rechte Arm war, wie das Loch zeigt, separat gearbeitet und eingesetzt.

Als Weihgeschenk an die Göttin wurde die Kore auf der Akropolis aufgestellt. Obwohl der Stifter unbekannt ist, kann seine Weihung als besonders reiches Geschenk an die Göttin verstanden werden und verkörpert als Sinnbild von Jugend und Schönheit das Ideal seiner Zeit. Da die Figur im "Perserschutt" gefunden wurde, ist sichergestellt, dass sie vor 480 v. Chr. entstanden ist. Ihre äußere Form spricht im Vergleich mit anderen Korenstatuen dafür, dass sie um 500 v. Chr. aufgestellt wurde.