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Agias

Delphi, Museum
Marmor
Höhe: 1,98 m

Die Statue des Agias gehörte zu einem im Apollonheiligtum von Delphi aufgestellten Weihgeschenk, das ursprünglich neun Figuren umfasste. Diese stellten den thessalischen Fürsten Daochos II., seine Vorfahren und seinen Sohn sowie den Gott Apollongriechischer Gott, wahrscheinlich kleinasiatischer Herkunft; galt als Sohn des Zeus und der Leto, sowie als Zwillingsbruder der Artemis. Meist als strahlend schöner jugendlicher Gott dargestellt, als Jäger oder Kitharaspieler. Apoll vertritt Recht, Ordnung und Frieden, ihm untersteht u.a. das Orakel von Delphi., den Empänger der Weihung, dar. Die etwa 12 Meter breite, mit Namensinschriften versehene Basis und Reste von sechs Statuen haben sich erhalten.

Agias, der Urgroßvater des Stifters, wird als nackter junger Athlet gezeigt, zur Erinnerung an seine sportlichen Leistungen, die er u. a. als Olympiasieger im Pankration erbrachte. Die Figur ist auffällig schlank proportioniert, mit langen Beinen und sehr kleinem Kopf. Das Gewicht ruht auf dem rechten Bein, doch ist auch der linke Fuß fest auf den Boden gesetzt. Von diesem Fuß steigt ein schwungvoller Bewegungsimpuls zur rechten Hüfte und von dort zur linken Schulter auf. Er gipfelt in dem entschieden nach links gewandten Kopf mit den tiefliegenden, pathetisch wirkenden Augen.

Die genannten Merkmale erinnern stark an den Apoxyomenos des Lysippgriechischer Bronzebildhauer der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts v.Chr.; wurde mit einem neuen Proportionssystem zum Wegbereiter der hellenistischen Epoche.. Man hat die Statue daher mit diesem berühmten Bildhauer in Verbindung gebracht, zumal eine von Lysipp gefertigte Bronzestatue des Agias inschriftlich überliefert ist. Vermutlich wurde die in Delphi gefundene Figur von einer stark durch Lysipp beeinflussten Werkstatt gefertigt. Sie ist jedenfalls ein originales griechisches Marmorwerk aus der Zeit um 340/330 vor Christus.