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Apoll vom Belvedere

Rom, Vatikanische Museen
Marmor
Höhe: 2,17 m

Mit dem Bogen in der (nicht erhaltenen) Linken tritt der jugendliche Gott leichtfüßig auf den Betrachter zu. Sein Blick ist entschieden nach links gewandt, der Bewegung des weit ausgestreckten Armes folgend. Der rechte Arm ist gesenkt, die Hand hielt ursprünglich wohl einen Lorbeerzweit, Zeichen für die entsühnende Macht Apollonsgriechischer Gott, wahrscheinlich kleinasiatischer Herkunft; galt als Sohn des Zeus und der Leto, sowie als Zwillingsbruder der Artemis. Meist als strahlend schöner jugendlicher Gott dargestellt, als Jäger oder Kitharaspieler. Apoll vertritt Recht, Ordnung und Frieden, ihm untersteht u.a. das Orakel von Delphi.. Ein kurzer Mantel ist auf der rechten Schulter geknüpft und über den erhobenen Arm geworfen. Von dort hängt er als effektvolle Hintergrundsfolie neben dem nackten Körper herab und unterstreicht so dessen makellose Schönheit.

Über die Brust verläuft der Riemen des Köchers, an den Füßen sieht man detailreich ausgestaltete Sandalen. Das Haupthaar ist lang und lockig, über der Stirn ist es zu einer kunstvollen Schleife aufgebunden.

Die Marmorstatue wurde schon kurz von 1500 in der Nähe von Rom gefunden und gelangte später in den Belvedereachteckiger Hof im vatikanischen Palast, Ende des 15. Jahrhunderts errichtet und zur Aufstellung besonders berühmter Statuen (Apollon, Laokoongruppe, Torso) genutzt, nach dem sie ihren Rufnamen erhielt und wo sie noch heute aufgestellt ist. Vor allem durch Johann Joachim Winckelmann, der in ihr "das höchste Ideal der Kunst unter allen Werken des Altertums" erblickte, erlangte die Statue Weltruhm. Erst später erkannte man, dass es sich um eine römische Marmorkopie nach einem verlorenen griechischen Bronzeoriginal handelt. Dieses könnte mit einer in antiken Quellen genannten Apollonstatue des berühmten Bildhauers Leochares im Heiligtum des Apollon Patroos an der Athener AgoraBezeichnung für den Markt und auch für die dort stattfindende Volksversammlung im alten Griechenland. identisch gewesen sein.

Ob der vermutlich zur Zeit Hadriansrömischer Kaiser, geb. 76 n. Chr. in Italica (Spanien), reg. 117-138; großer Verehrer der griechischen Kultur arbeitende Kopist seiner Vorlage außer dem Baumstamm mit der Schlange weitere Elemente hinzugefügt hat (Mantel, Sandalen?), ist umstritten. Die Komposition der diagonal aus der Tiefe hervorschreitenden Figur, die sich bildhaft vor dem Betrachter ausbreitet, entspricht spätklassischen Gestaltungsprinzipien aus der Zeit um 330 vor Christus.