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Nike des Paionios

Olympia, Archäologisches Museum
Marmor
Höhe: 2,00 m

Die Figur einer Nike wurde bei den Ausgrabungen in Olympia gefunden. Sie war dort als ein Siegesdenkmal auf einem ca. 9 m hohen dreieckigen Pfeiler etwa 30 m vor dem Zeustempel aufgestellt. Bei ihrer Auffindung war sie in viele große und kleine Fragmente zerbrochen. Gesicht, Flügel, Unterarme, Hände und Mantel sind verloren. Die Nike ist im Flug dargestellt. Zum einen ist unter ihren Füßen noch der Kopf eines Adlers zu erkennen, auf dem sie schwebt und zum anderen blieben auf beiden Schultern die Ansätze ihrer Flügel erhalten.

Ihr Peplos ist durch den Wind an ihren Körper gepresst, der bis auf wenige Faltenzüge wie nackt wirkt. Von der linken Schulter ist der Peplos heruntergerutscht und enthüllt die linke Brust. Auch das linke Bein ist durch das nach hinten wehende Gewand entblößt. Ursprünglich griff sie mit der erhobenen linken und der gesenkten rechten Hand ihren Mantel, der sich wie ein Segel hinter ihr im Wind blähte. Reste der Bemalung deuten darauf hin, dass das Gewand rot und die Haare schwarz bemalt waren. Der Pfeiler, auf dem die Nike aufgestellt war, trug eine Inschrift:

Die Messenier und Naupaktier weihten dies dem olympischen Zeus als den Zehnten aus der Kriegsbeute. Paionios von Mende hat es gemacht und er siegte [beim Wettbewerb um den Auftrag] für die Akrotere des Tempels.

Im Archidamischen Krieg war es den mit den Athenern verbündeten Messeniern und Naupaktiern 421 v. Chr. gelungen, die Spartaner zu besiegen. Nach ihrem Sieg stellten sie um 420 v. Chr. im Heiligtum des Zeus in Olympia dieses Siegesdenkmal auf. Für die sieggewohnten Spartaner muss dies eine ungeheure Provokation dargestellt haben. Nachdem sie die Athener und ihre Verbündeten einige Jahre später endgültig besiegt hatten, weihte der spartanische General Lysander als Reaktion auf dieses Denkmal in Sparta ebenfalls zwei auf Adlern schwebende Niken.