3D - Ansicht 3D - Ansicht
Galliergruppe Ludovisi

Rom, Nationalmuseum
Marmor
Höhe: 2,11 m

Von Feinden umzingelt und ohne Aussicht, der schmählichen Gefangenschaft zu entrinnen, wählt ein vornehmer keltischer(auch Gallier, Galater genannt): Völkergruppe in Mittel- und Westeuropa mit indoeuropäischer Sprache; seit dem 4. Jh. v. Chr. nach Italien (Eroberung Roms 387), Griechenland und Kleinasien vorgedrungen; später romanisiert Krieger den Freitod. Lieber will er sterben, als in die Sklaverei zu gehen. Seine mit ihm kämpfende Frau hat er bereits durch einen Stich ins Herz getötet, und im nächsten Moment wird er sich selbst das Schwert in die Halsgrube rammen.

Diese hochdramatische Skulpturengruppe war Teil eines großen Siegesmonuments, das König Attalos I.erster König von Pergamon (geb. 269, reg. 241-197), besiegte die nach Kleinasien eingedrungenen Kelten und verbündete sich mit den Römern von Pergamon um 220 vor Christus im Heiligtum der Athenain der griechischen Mythologie die Lieblingstochter des Zeus; sie entsprang mit Helm und Brustpanzer dem väterlichen Haupt, dem Sitz des göttlichen Denkens und weisen Rates. Sie förderte die sinnvolle Arbeit des Friedens; Kunst und Wissenschaft standen unter ihrem Schutz. Als jungfräuliche Kriegerin unterstützte sie den besonnenen Kampf. auf dem Burgberg von Pergamon errichten ließ. Es sollte seinen Sieg über keltische Stämme verherrlichen, die in den Jahrzehnten zuvor nach Kleinasien eingedrungen und zu einer ernsthaften Bedrohung für die dort bestehende politische Ordnung geworden waren.

Die einzige bekannte römische Marmorkopie dieses verlorenen Bronzedenkmals wurde Anfang des 17. Jhs. in Rom, in den "Ggroße Parkanlage im Norden Roms, von Caesar angelegt, später im Besitz des Politikers und Historikers Gaius Sallustius Crispus (86-34 v. Chr.); im Barock von der Familie Ludovisi neu angelegt, im 19. Jh. überbaut; Fundort zahlreicher berühmter Statuen" gefunden. Nach den damaligen Besitzern des Geländes wird sie als "Galliergruppe Ludovisi" bezeichnet.

Die Kelten(auch Gallier, Galater genannt): Völkergruppe in Mittel- und Westeuropa mit indoeuropäischer Sprache; seit dem 4. Jh. v. Chr. nach Italien (Eroberung Roms 387), Griechenland und Kleinasien vorgedrungen; später romanisiert (auch Galater oder Gallier genannt) galten für die Griechen in hellenististischer Zeit als Inbegriff der wilden Barbaren. Ihr hühnenhafter Wuchs, ihre struppigen roten Haare und Schnurrbärte, ihr furchtloses, aber auch unbesonnenes Auftreten in der Schlacht, ihr unbändiger Freiheitsdrang und andere ihnen zugeschriebene Eigenschaften erfüllten die Griechen mit einer Mischung aus Schauder und Bewunderung. Etwas von dieser Ambivalenz ist auch im Siegesdenkmal des Attalos zu verspüren. Nicht der siegreiche König, sondern nur die unterlegenen Kelten waren dargestellt, zudem in einer Form, die an Heldenmonumente erinnert. Andererseits bestätigte das gewählte Thema − die besinnungslose Verzweiflungstat eines Barbaren − die Überlegenheit der griechischen Vernunftkultur über die wilden Gefühlsaufwallungen unzivilisierter Völker.

Die ausgeklügelte pyramidale Komposition der Gruppe, die keine feste Ansichtsseite besitzt, sondern nur im Umschreiten ganz erfasst werden kann, ist eines der wichtigsten Zeugnisse der hellenistischenden Hellenismus (=Kulturepoche von Alexander dem Gr. bis Augustus) betreffend. Plastik des späten 3. Jahrhunderts vor Christus.

Vertiefte Hintergrundinformationen zur Galliergruppe Ludovisi gibt es hier.