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Parthenon, Südmetope 27

London, Brit. Mus.
Marmor
Höhe: 1,39 m

Der Parthenongrößter Tempel auf der Athener Akropolis, der Stadtgöttin Athena Parthénos (der "Jungfräulichen") geweiht, 447-432 v. Chr. unter Leitung der Architekten Iktinos und Kallikrates errichtet war mit insgesamt 92 Metopen, je 32 an den beiden Langseiten und 14 an den beiden Schmalseiten, außerordentlich reich geschmückt. Wie die Bauaufzeichnungen des Parthenon belegen, wurden sie zwischen 447 und 439 v. Chr. gefertigt.

Auf fast allen Metopen werden Kämpfe dargestellt, die in den griechischen Mythen überliefert sind. Die Metopen der Eingangsseite im Osten zeigen den Kampf der Götter mit den Gigantenurtümliche Söhne der Erdmutter Ge, z. T. schlangenbeinig und geflügelt dargestellt. Kämpfe zwischen Griechen und Amazonen oder Persern werden auf den Metopen der Westseite wiedergegeben . Zwei weitere mythische Kämpfe, der Krieg gegen TrojaSiedlung am Hellespont in der Türkei, in der Ilias belagert und zerstört, seit der Entdeckung durch Schliemann 1871 Ausgrabungen der verschiedenen Siedlungsphasen und der Kampf gegen die Kentaurenin der griechischen Mythologie wilde Waldbewohner mit Pferdeleib und menschlichem Oberkörper; der Kampf der Lapithen (nordgriech. Volk) gegen die Kentauren häufig dargestellt als Sinnbild der Auseinandersetzung zwischen Griechen und Barbaren, sind Gegenstand der Nord- und Südmetopen. In jedem dieser Kämpfe geht es um die Abwehr des Barbarischen, Chaotischen und "Nicht-Griechischen".

Angesichts der Leistungen Athens in der Abwehr der Perser erklärten die Athener sich selbst zu Rettern der griechischen Kultur vor der Barbarei und stellten die Kriege gegen die Perser in eine Reihe mit den mythischen Kämpfen der Griechen und Götter. Leider wurden die Metopen der Nord-, Ost- und Westseiten bei der Umwandlung des Parthenon in eine Kirche aufgrund ihrer "heidnischen Darstellungen" zerstört. Nur die Metopen der Südseite und eine Metope der Nordseite blieben zu größeren Teilen erhalten.