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Geneleos-Gruppe

Samos-Vathy, Museum
Marmor
Höhe: 1,68 m
um 550 v. Chr.

Die sogenannte Geneleosgruppe bestand ursprünglich aus sechs Figuren - einer sitzenden Frau, einem KurosKuros: wörtlich "Jüngling", archäologischer Fachausdruck für den in der Skulptur des 6. Jhs. v. Chr. sehr verbreiteten Statuentypus des stehenden nackten jungen Mannes, drei Korenwörtlich "Mädchen", archäologischer Fachausdruck für den in der Skulptur des 6. Jhs. v. Chr. sehr verbreiteten Statuentypus der stehenden jungen Frau in reicher Gewandung und einem gelagerten Mann. Gemeinsam waren sie auf einer 6 m langen Basis entlang der Heiligen Straße, die ins Heiligtum der HeraTochter des Kronos und der Rhea, Schwester und Gemahlin des Zeus, Schutzgöttin der Ehe, Hauptkultorte sind Samos und Argos von Samosin der südöstlichen Ägäis gelegene Insel mit bedeutendem Heiligtum der Hera, Blütezeit unter dem Tyrannen Polykrates im 6. Jh. v. Chr. führte, aufgestellt. Die Sitzstatue, die sich am linken Ende der Basis befand, ist durch eine Inschrift am linken Bein des Thrones als "Phileia" bezeichnet. Kopf und Oberkörper sind verloren, aber am Unterkörper ist noch zu erkennen, das sie einen geriffelten Chitongriechisches Untergewand aus dünnem Stoff, mit oder ohne Ärmel, knielang für Männer bzw. lang für Frauen. und darüber einen Mantel trug. Außerdem ist oberhalb des Mantelsaums eine zweite Inschrift angebracht, die den Künstler nennt: Uns machte Geneleos.

Der auf die Sitzfigur folgende KurosKuros: wörtlich "Jüngling", archäologischer Fachausdruck für den in der Skulptur des 6. Jhs. v. Chr. sehr verbreiteten Statuentypus des stehenden nackten jungen Mannes ist nur noch in Fragmenten erhalten, ebenso auch die erste der drei Korenwörtlich "Mädchen", archäologischer Fachausdruck für den in der Skulptur des 6. Jhs. v. Chr. sehr verbreiteten Statuentypus der stehenden jungen Frau in reicher Gewandung. Aber die übrigen beiden Koren sind mit Ausnahme der Köpfe erhalten. Auch ihre Namen − Philippe und Ornithe − sind durch Inschriften unterhalb der rechten Hand überliefert. Beide tragen einen Chitongriechisches Untergewand aus dünnem Stoff, mit oder ohne Ärmel, knielang für Männer bzw. lang für Frauen., den sie mit der rechten Hand raffen und ballen die linke, am Körper anliegende Hand zur Faust.

Auf die Koren folgt am rechten Ende der Basis die Figur eines gelagerten Mannes. Er wurde aufgrund seiner Brust lange als Figur einer Frau angesprochen. Durch seine Haltung lässt er sich jedoch eindeutig als Mann bestimmen, da Frauen niemals gelagert dargestellt wurden. Die Brust erklärt sich durch ein für die Skulptur dieses Gebietes und dieser Zeit übliches Phänomen. Samos stand, obwohl dort Griechen siedelten, unter der Kontrolle des Perserreiches und war durch den Handel mit den Persern reich geworden. Der Reichtum sollte sowohl in prächtiger Kleidung Ausdruck finden, als auch in durch Wohlleben und Luxus verursachter Fülligkeit. Der Mann, dessen Namen nur noch fragmentarisch erhalten ist stiftete diese Gruppe in das Heiligtum: −arches...hat es der Hera geweiht. Als gelagerter Teilnehmer eines SymposionsGastmahl mit ausschließlich männlichen Gästen, die gemeinsam essen, trinken und diskutieren und dabei unter anderem von Musikern und Hetären unterhalten werden wendet sich dem Betrachter zu und hielt in der verlorenen Hand ein Trinkgefäß.

Die Geneleos−Gruppe ist die erste Darstellung einer adeligen Familie, die sich Mitte des 6. Jh. v. Chr. an einem herausragenden Ort − dem Heiligtum der Hera von Samos − präsentiert.