3D - Ansicht 3D - Ansicht
Statue des Demosthenes

Kopenhagen, Ny Carlsberg Glyptotek
Marmor
Höhe: 1,90 m

Nur mit dem Mantel bekleidet, steht der berühmte Redner da, den Kopf ernst zu Boden gesenkt, die Hände vor dem Schoß verschränkt. Beide Füße sind fest auf den Boden aufgesetzt, der rechte ist nach vorn geschoben. Der obere Rand des Mantels ist unter der nackten Brust zu einem waagrechten Wulst gedreht und hängt in einer langen senkrechten Bahn nach vorn über die linke Schulter herab. Die faltige Haut auf der mageren Brust, die sehnigen Arme, das knochige Gesicht und die Stirnglatze zeigen, dass Demosthenes kein junger Mann mehr ist. Zusammen mit dem sorgenvollen, bitteren Gesichtsausdruck weisen diese Alterszüge auf den langen, vergeblichen Kampf des Redners gegen die unaufhaltsam sich ausbreitende makedonische Vorherrschaft in Griechenland hin.

42 Jahre nach seinem Selbstmord wurde ihm von den Athenern im Jahr 280 vor Christus auf der AgoraBezeichnung für den Markt und auch für die dort stattfindende Volksversammlung im alten Griechenland. eine Bronzestatue errichtet, die in zahlreichen römischen Marmorkopien überliefert ist. Das Original stammte von dem sonst nicht näher bekannten Bildhauer Polyeuktos und ist ein Musterbeispiel der frerste Phase der hellenistischen Epoche, ca. 330-230 v. Chr., politisch geprägt durch die Kämpfe zwischen den Nachfolgern Alexanders des Großen Plastik. Kennzeichnend sind der sperrige, ungefällige Aufbau der Figur, der die Gestaltungsprinzipien der vorausgegangenen klassischen EpocheEpoche der griechischen Geschichte von den Perserkriegen bis zu Alexander dem Großen, ca. 490-330 v. Chr.; geprägt von der kulturellen und zeitweise auch politischen Vorherrschaft Athens gezielt ins Gegenteil verkehrt: Auf den KontrapostPrinzip der Figurengestaltung, durch das tragende und lastende, angespannte und entspannte Körperteile in ein harmonisch ausgewogenes Verhältnis gebracht werden, ablesbar besonders an der Unterscheidung von Stand- und Spielbein. wird verzichtet, statt in schwungvollen Diagonalen und S−Linien baut die Gestalt sich in spröden geometrischen Grundformen auf. Die Komposition wird von senkrechten und waagrechten Linien beherrscht, Schulter und Arme bilden ein Sechseck. Nicht idealisierende Heldenverehrung wird angestrebt, sondern realistische Charakterisierung eines vom Leben gezeichneten Menschen.