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Diadumenos

London, Brit. Mus.
Marmor
Höhe: 1,89 m

Der römische Schriftsteller Plinius(Plinius der Ältere), römischer Historiker und Schriftsteller, lebte von 23 bis 79 n. Chr.; kam beim Vesuvausbruch ums Leben; erhalten ist nur seine 37 Bücher umfassende "Naturgeschichte". erwähnt, dass Polyklet einen Diadumenos (ein Mann, der sich die Siegerbinde umlegt) gemacht habe, der hundert Talente wert sei. Zwar ist das Bronzeoriginal der Skulptur verloren, doch existieren eine Reihe von Kopien in Marmor. Sie zeigen einen nackten Mann im klassischen KontrapostPrinzip der Figurengestaltung, durch das tragende und lastende, angespannte und entspannte Körperteile in ein harmonisch ausgewogenes Verhältnis gebracht werden, ablesbar besonders an der Unterscheidung von Stand- und Spielbein.. Das Gewicht des Körpers ruht auf dem rechten Standbein, während das linke Spielbein abgewinkelt nach hinten gestellt ist. Die Hüfte ist zur linken Spielbeinseite hin gekippt, im Gegensatz zur Schulter, die zur rechten Standbeinseite hin gesenkt ist. Erkennbar wird diese Gewichtsverteilung auch an der Durchbildung der Muskeln, die die unterschiedliche Gewichtsverteilung wiedergeben.

Der Baumstumpf an der rechten Seite der Figur gehört nicht zum Original aus Bronze, sondern wurde aus statischen Gründen vom Kopisten hinzugefügt. Beide Arme sind erhoben, um die Siegerbinde umzulegen. Diese Siegerbinde bestand wahrscheinlich aus Metall und ist verloren, ist aber am Kopf noch im Marmor erkennbar. Dargestellt ist wahrscheinlich ein siegreicher Athlet. Insgesamt ist der Diadumenos weiter entwickelt als der Doryphorosder "Speerträger"; berühmte Statue des griechischen Bildhauers Polyklet., das bekannteste Werk des Polyklet, so dass er aufgrund stilistischer Merkmale in die Zeit um 420 v. Chr. datiert wird.