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Statue der Amazone 'Mattei'

Rom, Vatikanische Museen
Marmor
Höhe: 2,11 m

Aufgrund ihrer Bekleidung und ihrer Waffen ist die dargestellte Person ohne Zweifel als Amazone zu identifizieren. Sie trägt einen kurzen gegürteten Chitongriechisches Untergewand aus dünnem Stoff, mit oder ohne Ärmel, knielang für Männer bzw. lang für Frauen., der von der linken Schulter gerutscht ist und die linke Brust entblößt. Der Saum des Chitons ist zudem auf der linken Seite am Gürtel befestigt und gibt einen Teil des Oberschenkels frei. Unter dem linken Arm hängt ein Köcher mit Resten eines Bogens, dessen Trageriemen auf der rechten Schulter zu erkennen ist. Während der linke Arm gesenkt ist, hält die Figur den rechten Arm über ihrem Kopf erhoben. Von dieser Amazonenfigur, die als römische Kopie nach einem verlorenen griechischen Bronzeoriginal gearbeitet wurde, existieren mehrere Repliken.

Das Original der Figur entstand um 440 v. Chr. und repräsentiert eine der drei sogenannten "Ephesischen Amazonen". Der römische Schriftsteller Plinius(Plinius der Ältere), römischer Historiker und Schriftsteller, lebte von 23 bis 79 n. Chr.; kam beim Vesuvausbruch ums Leben; erhalten ist nur seine 37 Bücher umfassende "Naturgeschichte". (N.H. 34,75) berichtet von einem Wettstreit der drei am höchsten geschätzten griechischen Künstler klassischer Zeit, die im Auftrage des Heiligtum der Artemisgriechische Göttin der Jagd und der wilden Natur, Tochter des Zeus und der Leto, Schwester des Apollon; Schutzgottheit der jungen Mädchen; römisch Diana von Ephesos die Statue einer Amazone fertigen sollten. Die Künstler sollten dann selbst entscheiden, welche der Figuren die Beste sei und im Heiligtum der Artemis geweiht werden sollte. Phidias, Polyklet und Kresilas entschieden sich für die Amazone des Polyklet. Aufgestellt wurden aber alle drei Figuren. Auch von den beiden anderen Amazonenstatuen existieren römische Kopien in Marmor.

Nachdem die Figuren der ephesischen Amazonen identifiziert waren, stellte sich die Frage, welche der Figuren von welchem der Künstler geschaffen worden war. Der Schriftsteller Lukian überliefert, dass sich die Amazone des Phidias auf eine Lanze gestützt habe. Obwohl das Attribut, das die Amazone Mattei in den Händen hielt, verlorenging, lässt es sich durch eine Darstellung dieser Amazone auf einer Gemmekostbare Schmuckstücke aus geschnittenem Halbedelstein; kleinere Stücke konnten z.B. in Siegelringen getragen werden. Das Relief war als Negativform in den Stein gearbeitet, und sollte als Positiv erst im Abdruck erscheinen. rekonstruieren. Diese Gemme zeigt die Amazone mit einer Lanze, die sie in der erhobenen rechten und der gesenkten linken Hand hält, um sich aufzustützen. Die Amazone Mattei muß daher die von Phidias gefertigte Skulptur darstellen.

Leider ist die Amazone des Phidias im Vergleich zu den beiden anderen Amazonen sehr schlecht erhalten. Der Kopf ist, ebenso wie die Arme, nicht zugehörig und die alte Rekonstruktion mit einem Bogen in den Händen falsch.