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Epidauros, Asklepiostempel, Mittelakroter

Athen, Nationalmuseum
Marmor
Höhe: 0,93 m

Mit flatterndem Gewand schwebt die Siegesgöttin Nike vom Himmel herab. Der Wind presst ihr dünnes Gewand eng an Oberschenkel und Unterleib und bauscht es unterhalb der Brust auf. In der rechten Hand hält sie einen großen Vogel, vielleicht ein Rebhuhn.

Die fragmentarisch erhaltene Marmorstatue schmückte als Mittelakroter den Westgiebel des Asklepiostempels von Epidauros. Die teilweise erhaltenen Bauabrechnungen des um 380 vor Christus errichteten Tempels belegen, dass diese Figur ebenso wie die beiden Seitenakrotere mit reitenden Frauen von dem berühmten Bildhauer Timotheos gefertigt wurden, der später auch am Maussolleion von Halikarnassos mitgearbeitet hat.

Die ornamentalen Faltenschwünge in den Gewändern der Figuren und die Vorliebe für den wie nackt durch den Stoff hindurchtretenden Körper stehen noch in der Tradition des Reichen Stilsim späten 5. Jahrhundert vor Christus besonders an attischen Skulpturen und Vasenbildern zu beobachtender Stil, gekennzeichnet durch Schmuckreichtum und schönlinige, z. T. fast ornamentale Zeichnung der Gewandfalten des späten 5. Jahrhunderts v. Chr.