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Sog. Dipylon-Kopf

Athen, Nationalmuseum
Marmor
Höhe: 0,44 m

Bei Ausgrabungen im Kerameikos, einem Friedhof des antiken Athenseit neolithischer Zeit kontinuierlich besiedelte Hauptstadt Griechenlands, bedeutend aufgrund der Entwicklung der Demokratie und der klassischen Bebauung der Akropolis im 5. Jh. v. Chr., fand man in der Nähe des Dipylon-Toreswichtigstes Stadttor Athens im Gebiet des Kerameikos, durch das die Heilige Straße von Eleusis zur Agora Athens führte den Kopf eines KurosKuros: wörtlich "Jüngling", archäologischer Fachausdruck für den in der Skulptur des 6. Jhs. v. Chr. sehr verbreiteten Statuentypus des stehenden nackten jungen Mannes verbaut. Der extrem ovale Kopf wird von Perllocken gerahmt und durch ein Haarband geschmückt. Am Hals sind Reste eines Halsbandes erkennbar. Eine zeitliche Einordnung des Kopfes ist schwierig, da keine sicher datierten Vergleichsstücke existieren. Geht man aber davon aus, das sich die griechische Plastik zu einer immer realistischeren und anatomisch korrekteren Darstellung des Menschen hin entwickelte, kann man den Dipylon−Kopf aufgrund seiner Formen und des Vergleiches mit Vasenbildern in die Zeit zwischen 600 und 575 v. Chr. datieren. Aufgrund des Fundes in einer Nekropole liegt es nahe, eine Verwendung als Grabstatue anzunehmen. Als herausragendes Grabmonument diente er der Repräsentation einer adeligen Familie dieser Zeit in Athen und repräsentierte gleichzeitig deren Schönheitsideale.