Der Perserschutt

Ansicht der Akropolis
480 v. Chr. marschierten die Perser in Athen ein, nachdem die gesamte Stadt gerade noch rechtzeitig unter Leitung des Themistoles evakuiert und ein Großteil der Bevölkerung auf die nahe gelegene Insel Salamis in Sicherheit gebracht worden war. Die Eroberer verwüsteten die menschenleere Stadt vollkommen. Auch die Heiligtümer wurden dabei nicht verschont.

Die Akropolis nach dem Persersturm. Zeichnung von M. Korres
Die z. T. gerade im Bau befindlichen Tempel auf der Akropolis wurden zerstört, die zahllosen um die Tempel herum aufgestellten, der Stadtgöttin Athena geweihten Statuen wurden umgestoßen und zerschlagen. Bei den Aufräumungsarbeiten nach dem Abzug der Perser versuchten die Athener nicht, die geschändeten Weihgeschenke zu reparieren, sondern vergruben sie als unantastbaren Besitz der Göttin in den mächtigen Aufschüttungsschichten, mittels derer das Niveau der neu gestalteten Akropolis nun erheblich angehoben wurde. Dort wurden sie bei archäologischen Tiefgrabungen 1885-1890 wiedergefunden. Neben zahllosen Weihgeschenken, insbesondere Statuen junger Mädchen (Koren) enthielt der 'Perserschutt' u. a. die Reste mehrerer Tempelgiebel aus hocharchaischer Zeit. Viele Skulpturen zeigten noch außerordentlich gut erhaltene Reste ihrer ursprünglichen Bemalung. Zum Teil ist sie noch heute sichtbar. Sie ist ein Hinweis darauf, dass manche Werke bei ihrer Zerstörung durch die Perser erst wenige Jahrzehnte alt waren und noch nicht lange unter Licht- und Wettereinfluss gelitten hatten.

Ausgrabungen im 'Perserschutt', Photographie um 1885
Das Zerstörungsdatum 480 v. Chr. liefert einen wichtigen chronologischen Fixpunkt für die Funde aus dem 'Perserschutt'. Allerdings wurden die Ausgrabungen so hastig durchgeführt und so unzureichend dokumentiert, dass heute bei manchen sehr berühmten Objekten (wie z. B. dem 'Kritiosknaben') die Zugehörigkeit zu den Zerstörungsschichten der Perserkriegszeit nicht mehr eindeutig geklärt werden kann.