Jugendlichkeit als Programm
 
Augustus, Typus Forbes. Rom, Musei Capitol.
Agrippa, Typus Gabii. Paris, Louvre
Das neue Bildnis sollte die öffentliche Darstellung des Augustus über Jahrzehnte prägen. Es gibt keine Bildnisse des Kaisers, die ihn gealtert zeigen, obwohl er 73 Jahre alt wurde.
 
Augustus musste am Beginn seiner Karriere seine Jugend als positiven Wert darstellen, gegen Kritiker, die ihm Unerfahrenheit vorwarfen. Diese Selbstdarstellung war so erfolgreich, dass man sie nicht mehr aufgab, als Augustus älter wurde. Das Bildnis des jugendlichen Herrschers wurde zu einem idealisierten, alterslosen Bildnis.
 
Dass diese Stilisierungnach einem bestimmten Stilideal oder −muster geformte (künstlerische) Darstellung; auf wesentliche Grundzüge reduzierte Darstellung. auf ewige Jugend Programm war, zeigt auch ein Vergleich des Augustusporträts mit Porträts des Agrippa. Dieser General und Vertraute des Augustus war sein Altersgenosse, doch wird er als Mann in reifen Jahren dargestellt.
 
Büste des jungen Marc Aurel
Marc Aurel, Typus 4. Rom, Musei Capitol.
Dabei gab es durchaus auch andere Möglichkeiten für die Darstellung eines Kaisers, der schon in jungen Jahren der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Bildnisse des Kaisers Marc Aurel, der im 2. Jahrhundert n. Chr. regierte, zeigen ihn in verschiedenen Porträttypen vom Kronprinzen (links) bis zum Kaiser (rechts). Hier ist der Alterungsprozess an verschiedenen Porträts des Herrschers deutlich nachzuvollziehen. Doch ging man auch hier nicht so weit, den Kaiser als alten Mann darzustellen.
 
Du hast gelesen, dass die Art der Darstellung von Herrschern immer auch Teil ihres politischen Programms ist. Erinnere dich daran, wie sich die Vorgänger des Augustus darstellen ließen und wie er selbst sich porträtieren ließ. Diskutiere den Unterschied und die Gründe dafür mit deinem Banknachbarn.
 
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Paul Zanker: Augustus und die Macht der Bilder. Beck, München, 1998
Werner Eck:: Augustus und seine Zeit. Beck, München, 2003