Domitian
 
Domitian stand als jüngerer Sohn des Kaisers Vespasian lange im Schatten von Vater und Bruder. Er nutzte seine Stellung anscheinend für ein angenehmes Leben, das sich in seiner eleganten Frisur und den rundlichen Zügen widerspiegelt.
 
Bildnis des Domitian (Haupttypus)
Zur Person
 
Domitian (Titus Flavius Domitianus) wurde 51 n. Chr. als zweiter Sohn Vespasians in Rom geboren. Sein Bruder Titus war für die Nachfolge seines Vaters vorgesehen, so dass Domitian keine höfische Erziehung zuteil wurde. Als Titus jedoch bereits 81 n. Chr. nach kurzer Regierungszeit verstarb, wurde Domitian noch am selben Tag von der Garde zum römischen Kaiser ausgerufen. Er erhob Obergermanien und Untergermanien zu Provinzen, führte verlustreiche Kämpfe an der unteren Donau gegen die Dakerindogermanisches Volk, nördlichster Zweig der thrakischen Volksgruppe., sicherte Pannonien, und gab Positionen in Britannien auf. Sein autokratischer Herrschaftsstil(=Autokratie), Regierungsform, in der die uneingeschränkte Staatsgewalt in der Hand eines einzelnen Herrschers (Autokrat = Alleinherrscher) liegt. machte ihn unbeliebt, worauf er mit Verfolgung der Senatsopposition und anderer oppositioneller Gruppen reagierte (wie z.B. StoikerPhilosophen bzw. Angehörige der Stoa; leben nach der stoischen Lehre, zu deren oberstem Leitsatz Unerschütterlichkeit und Gleichmut gehören. und Christen). 96 n. Chr. wurde Domitian in Rom gestürzt und umgebracht.
 
Zum Bild des Domitian in der antiken Literatur
 
In der antiken Literatur wird Domitian als groß, schön und stattlich dargestellt. Seine Gesichtszüge sollen bescheiden gewesen sein, seine Augen groß und kurzsichtig. Mit fortschreitendem Alter sollen ihn eine Glatze, ein starker Bauch und dünne Beine entstellt haben, was ihn angeblich sehr bedrückte.
 
Beobachtungen zum Porträt
 
Porträts des Domitian zeigen ihn ähnlich wie seinen Vater Vespasian und seinen Bruder Titus mit massigem Schädel, vorgewölbter Stirn und kleinen Augen. Typisch für Bildnisse Domitians ist sein ausgeprägtes vorspringendes Kinn sowie der kurze Abstand zwischen Nase und vorgeschobener Oberlippe.
 
Eine weitere Parallele zu Porträts seines Bruders Titus ist die lockige Kurzhaarfrisur.
 
Wegen der über Domitian verhängten damnatio memoriae (=Auslöschung des Gedenkens) existieren keine postumennach dem Tod erfolgt (z.B. eine Ehrung). Bildnisse von ihm.
 
 Sammlung  E-learning  Quellen  Literatur
 
 
 
 
Chris Scarre: Die römischen Kaiser. Herrscher und Dynastien von Augustus bis Konstantin, ECON Verlag GmbH, Düsseldorf, 1996, S. 76ff.
Otto Veh: Lexikon der römischen Kaiser, Artemis & Winkler, Düsseldorf, 1998