Constantin
 
Die Bildnisse Constantins zeigen einen entrückten, scheinbar von menschlichen Sorgen unberührten Ausdruck. Diese Stilisierungnach einem bestimmten Stilideal oder −muster geformte (künstlerische) Darstellung; auf wesentliche Grundzüge reduzierte Darstellung. überrascht, wenn man die bewegte Geschichte seines Lebens kennt.
 
Konstantin. Kopenhagen, NCG
Zur Person
 
Constantin d. Große (Flavius Valerius Constantinus) wurde um 288 n. Chr. als Sohn des Feldherrn und späteren Kaisers Constantius I Chlorus(Gaius Flavius Valerius), Vater von Constantin I; lebte von 250 bis 306 n.Chr. Er wurde 293 n.Chr. von Diokletian und Maximian zum Caesar des Westreichs in den Provinzen Spanien, Gallien und Britannien erhoben; regierte von 305-306 n.Chr. als Kaiser (zusammen mit Galerius). und seiner Frau Helena(Flavia Julia Helena), Mutter Konstantins I, lebte von 257 bis 336 n.Chr. in Naissus geboren. Seine Erziehung erfolgte am Hofe des Kaisers Diokletian in Nicomedia. Nach dem Tod seines Vaters wurde er 306 n. Chr. vom Heer zum Kaiser des Westens des Reiches und damit zum gleichberechtigten Regenten neben Galerius(Gaius Galerius Valerius Maximianus), wurde um 250 n.Chr. bei Serdica (heute Sofia) geboren; war von niederer Abkunft. Wurde 293 n.Chr. durch Diokletian adoptiert; war Kaiser der Tetrarchie (seit 305 n.Chr.); unter seiner Regentschaft kam es zu drastischen Christenverfolgungen. Er starb 311 in Nicomedia. ausgerufen. Galerius wollte ihn jedoch nur als Caesar, also in einem tieferen Rang, anerkennen. Durch die Heirat mit Fausta(Flavia Maxima Fausta), Tochter des römischen Kaisers Maximian und Ehefrau Konstantins I; lebte von 298 bis 326 n.Chr. und Unterstützung durch deren Vater Maximian(Marcus Aurelius Valerius Maximianus Herculius), wurde um 240 n.Chr. in Sirmium geboren; war römischer Kaiser (286-305 n.Chr.) und Mitregent Diokletians; er legte 305 n.Chr. sein Amt nieder. In den Jahren 307/308 und 310 n.Chr. riss er widerrechtlich die Staatsgewalt an sich; er starb 310 bei Massilia (=Marseille). setzte Constantin seinen Anspruch doch noch durch. Später wurde er nach Siegen über seinen Schwager und Konkurrenten Maxentius(Marcus Aurelius Valerius), wurde um 279 n.Chr. geboren; war römischer Kaiser (seit 306 n.Chr.). Er wurde gegen die Nachfolgebestimmungen Diokletians zum Kaiser erhoben; wurde 312 durch Konstantin I. an der Milvischen Brücke besiegt und ertrank. an der Milvischen BrTiberbrücke der Via Flaminia bei Rom, erbaut 220 v.Chr., wiederhergestellt unter Augustus; bekannt durch den Sieg Konstantins d. Großen über Maxentius im Jahre 312 n.Chr. im Jahre 312 n. Chr. und über Licinius(Valerius Licinianus), lebte von 250 bis 325 n.Chr. in Rom; war römischer Kaiser (seit 308 n.Chr.). Er wurde 311 n.Chr. nach Auseinandersetzungen mit Maximinus zum Herrscher über den illyrischen Verwaltungsbezirk und verband sich mit Konstantin I (Erlass der Mailänder Edikte im Jahre 313 n.Chr.). Nach dem Tod des Maximinus führte er zum Krieg gegen Konstantin (wohl bereits ab 314 n.Chr.); wurde 324 n.Chr. vernichtend geschlagen. 324 n. Chr. zum Alleinherrscher über das gesamte römische Reich. 330 n. Chr. gründete er Konstantinopel als neue Reichshauptstadt. Seine Herrschaft brachte die Ablösung der TetrarchieVierfürstentum; in der Antike durch Vierteilung eines Territoriums entstandenes Herrschaftsgebiet meist unter eigenen Dynasten (Tetrarchen). durch das dynastische PrinzipErbfolge entsprechend der dynastischen Zugehörigkeit zu einem Herrscherhaus, also durch Geburtsrecht.. Constantin setzte das Reformprogramm Diokletians fort. Hierzu gehörten die Neuordnung des Heeres, die Trennung militärischer und ziviler Gewalt, der Ausbau des Verwaltungssystems sowie die Ausgestaltung des Kaiserkults. Daneben förderte er das Christentum z.B. durch den Erlass der MailReligionsedikt aus dem Jahre 313 n.Chr.; staatlicher Erlass besonders zur Regelung der eingeschränkten oder freien Religionsausübung. im Jahre 313 n. Chr. und durch die Einberufung des Konzils von Nichier: 1. ökumenisches Konzil von Nicäa, wurde 325 n.Chr. von Kaiser Konstantin I einberufen; Anlass für das Konzil war die Auseinandersetzung um den alexandrinischen Priester Arius und um das Osterdatum; das Konzil verurteilte den Arianismus (=Lehre des Arius, wonach Christus mit Gott nicht als wesenseins, sondern nur als wesensähnlich anzusehen ist) und formulierte das erste offizielle christliche Glaubensbekenntnis (=Nizänum). (325 n. Chr.). Constantin selbst ließ sich erst auf dem Totenbett taufen. Er starb 337 n. Chr. bei Nicomedia.
 
Zum Bild des Constantin in der antiken Literatur
 
Antike Autoren beschreiben Constantin als gutaussehend, groß und kräftig. Daneben soll er auch sehr intelligent und gebildet gewesen sein.
 
Beobachtungen zum Porträt
 
Constantin schließt mit seinem Porträt an die Darstellungsweise der Kaiser aus der frühen Kaiserzeit an; zu vergleichen sind z.B. Bildnisse Trajans. Constantin trägt keinen Bart, seine Frisur besteht aus in die Stirn geführten Sichellocken. Die Gesichtszüge des Kaisers weisen keine individuellen Merkmale auf. Seine Augen sind ausdrucksstark geweitet, die Augenbrauen und auch die Haare ganz abstrakt stilisiertnach einem bestimmten Stilideal oder −muster geformte (künstlerische) Darstellung; auf wesentliche Grundzüge reduzierte Darstellung.. Das Porträt erhält dadurch eine majestätische Wirkung, die typisch für die Herrscherauffassung der Spätantike war.
 
 Sammlung  E-learning  Quellen  Literatur
 
 
 
Chris Scarre: Die römischen Kaiser. Herrscher und Dynastien von Augustus bis Konstantin, ECON Verlag GmbH, Düsseldorf, 1996, S. 213ff.
Otto Veh: Lexikon der römischen Kaiser, Artemis & Winkler, Düsseldorf, 1998