Caracalla
 
Antike Autoren beschreiben den Gesichtsausdruck Caracallas als finster. Anhand seines Porträts können wir uns davon selbst ein Bild machen.
 
Caracalla, Typus 4. Paris, Louvre
Zur Person
 
Caracalla (Lucius Septimus Bassianus) wurde 186 n. Chr. in Lugdunum als ältester Sohn des Septimius Severus(Lucius Septimius Severus Pertinax), lebte von 146 bis 211 n.Chr. in Rom; römischer Kaiser (seit 193); verheiratet mit Iulia Domna; eroberte im Krieg gegen die Parther Babylon und 199 die parthische Hauptstadt Ktesiphon am Tigris; erhob 198 n.Chr. seinen Sohn Caracalla zum Mitregenten und den jüngeren Sohn Geta zum Caesar. und der Iulia DomnaMutter des Caracalla und des Geta; Ehefrau des Kaisers Septimus Severus; begleitete ihren Mann auf seinen Kriegszügen und regierte zeitweise für ihren Sohn; starb 217 n.Chr. in Antiochia. geboren. Im Jahre 195 n. Chr. wurde sein Vater, Septimius Severus, zum Kaiser. Er versuchte seinen Herrschaftsanspruch durch Anschluss an die Tradition der guten Kaiser der vorhergehenden antoninischen Dynastie zu festigen. Darum wurde auch eine Adoption Caracallas durch die Familie des Marcus Aurelius fingiert, unterstrichen durch eine Umbenennung in Marcus Aurelius Antoninus. Nach dem Tode seines Vaters Septimius Severus trat Caracalla 211 n. Chr. gemeinsam mit seinem Bruder GetaBruder Caracallas; herrschte ab 211 n. Chr. gemeinsam mit seinem Bruder; wurde 212 n. Chr. von Caracalla ermordet. die Nachfolge an. Während der gemeinsamen Herrschaft steigerte sich die Konkurrenz der Brüder bis hin zu einer offenen Feindschaft, die schließlich in der Ermordung Getas durch Caracalla gipfelte. Über Geta wurde die damnatio memoriae (=Auslöschung des Gedenkens) verhängt. Caracalla regierte nun allein weiter. Noch im gleichen Jahr erließ er die constitutio antoniniana, die jedem frei geborenen Mann innerhalb des Reiches das römische Bürgerrecht gewährte. Um Inflationsproblemen entgegenzuwirken, führte er eine neue Währung, den Antonian, ein. Er vollendete den Bau der Caracalla-Thermen in Rom, mit dem bereits während der Herrschaft seines Vaters begonnen worden war. 213 n. Chr. führte er die römischen Truppen gegen die GermanenSammelname für sprachverwandte Völker und Stämme in Nord- und Mitteleuropa, die der indogermanischen Sprachfamilie angehören, sich jedoch von den benachbarten Kultur- und Sprachgruppen der Kelten, Illyrer, Balten, Slawen und Finnen durch Sprache, Religion, Sitte, Brauch und Sachkultur unterscheiden. Ursprünglich keltische Bezeichnung für nichtkeltische Stämme, von den Römern ab der Regierungszeit Caesars übernommen. ins Feld und drei Jahre später gegen die PartherAngehörige eines nordiranischen Volksstammes im Altertum.. Bei seinen Feldzügen trug er immer einen germanischen Reitermantel (="Caracalla"), dem er seinen Spitznamen verdankt. Im Jahre 217 n. Chr. wurde Caracalla bei Carrhae ermordet.
 
Zum Bild des Caracalla in der antiken Literatur
 
Mit Eintritt in das Erwachsenenalter soll Caracalla zurückhaltend und ernst geworden sein; sein Gesichtsausdruck wird als finster beschrieben. Nach dem Mord an seinem Bruder Geta und dessen Anhängern wird Caracalla in der literarischen Überlieferung als grausam und gewalttätig beschrieben. Daneben berichten antike Quellen, dass er seinem Vorbild Alexander d. Großen nacheiferte; so imitierte er auch dessen Kopfwendung und Mimik, die er nur von Porträts kennen konnte.
 
Beobachtungen zum Porträt
 
Das Bildnis Caracallas hebt sich stark von der Bildnistradition seiner Vorgänger ab. Diese Tendenz zeigt sich z.B. an der ungewöhnlichen Wendung des Kopfes sowie an seinem kurzen, lockigen Haupt- und Barthaar und seinem eher rundlichen Gesicht. Stirn und Brauen sind in tiefe Falten gelegt. Die Nase ist kurz und breit und an der Nasenwurzel eingesenkt. Das gibt dem Gesicht einen finsteren aber energischen Ausdruck.
 
 Sammlung  E-learning  Quellen  Literatur
 
 
 
 
Chris Scarre: Die römischen Kaiser. Herrscher und Dynastien von Augustus bis Konstantin, ECON Verlag GmbH, Düsseldorf, 1996, S. 138ff.
Otto Veh: Lexikon der römischen Kaiser, Artemis & Winkler, Düsseldorf, 1998