Perikles
 
Perikles wurde verspottet, weil er angeblich einen zwiebelförmigen Kopf hatte. So behauptete man auch, dass er nur deshalb mit einem zurückgeschobenen Helm auf dem Kopf dargestellt wurde, um diesen Makel zu verdecken.
 
Hermenbüste des Perikles
Bildnis des Perikles
Zur Person
 
Perikles lebte von 490−429 v. Chr. in Athen. Als Staatsmann setzte er sich seit 463 v. Chr. politisch gegen Kimonathenischer Politiker und Sohn des Miltiades; lebte von 510 bis 450 v.Chr.; eroberte 478 als Stratege mit Pausanias den Bosporus; errang um 466/465 v.Chr. einen Doppelsieg am Eurymedon; war zeitweise verbannt. und die politische Macht des Areopagshöchster Gerichtshof im antiken Athen, tagte auf dem gleichnamigen Hügel. ein. Seit 461 v. Chr. agierte er als Führer der radikalen Demokraten. Gestützt auf die Vertreter der Demokratie und unter Wahrung demokratischer Formen leitete er seit 443 v. Chr. als fast jährlich wiedergewählter Strategegewählter Führer des Heeres einer griechischen Stadt. die Geschicke Athens. Während seiner Regierungszeit erlebte Athen seine Glanzzeit (Blüte von Handel und Gewerbe, Ausbau der Akropolis, Aufschwung von Kunst, Literatur und Wissenschaft). Die Innenpolitik des Perikles war u.a. gekennzeichnet durch die Beschränkung des Bürgerrechts auf Kinder, deren beide Eltern Athener waren sowie durch die Einführung von Tagegeldern für die Teilnahme am Volksgericht und an den Festspielen. Daneben rief Perikles ein großzügiges Bauprogramm ins Leben, um u.a. die Vollbeschäftigung zu sichern. Auch außenpolitisch war er erfolgreich: Im Jahre 449 v. Chr. grenzten Perikles und der persische Großkönig Artaxerxes Ipersischer Großkönig, regierte seit 464; schloss 449 den Kalliasfrieden. im sog. KalliasfriedenVertrag zwischen dem Attisch−Delischen Seebund und Persien (449/448), ausgehandelt von dem Athener Kallias; sicherte u. a. die Unabhängigkeit der kleinasiatischen Griechenstädte., der die Perserkriegegriechisch−persische Auseinandersetzung im Zeitraum von 490−449/448 v.Chr., u.a. veranlasst durch die Unterstützung des Ionischen Aufstands durch Athen; Beginn 490 mit der Schlacht bei Marathon (Militades<>Darius I.), weiter 480 v.Chr. mit der Schlacht bei Salamis (Seesieg Themistokles<>Xerxes I.), ein Jahr später endgültige Vernichtung der persischen Streitkräfte bei Platää und Mykale; erst der Kalliasfrieden 449/448 v.Chr. brachte das Ende der Kriege. formell beendete, ihre Interessen gegeneinander ab. Um 446/445 v. Chr. kam es zum Abschluss eines Friedensvertrages auf 30 Jahre, der die Auseinandersetzung mit Sparta zunächst einmal hinausschieben sollte. Doch schon vor Ablauf dieser Frist, die Perikles zum Bau der "Langen Mauern" zwischen Athen und dem Piräus sowie zur Aufrüstung nutzte, brach 431 v. Chr. der 2. Peloponnesische KriegAuseinandersetzung zwischen Sparta und Athen um die Vorherrschaft in Griechenland; dauerte von 431-404 v.Chr. Mit Athen waren der Attische Seebund, Thessalien und Teile Westgriechenlands verbündet; auf Spartas Seite standen der Peloponnesische Bund, die meisten mittelgriechischen Staaten und die Kolonien Korinths. 405 v.Chr. vernichtete der Spartaner Lysander die letzte athenische Flotte und zwang Athen 404 v.Chr. zur Kapitulation. aus, in dem sich der Kriegsplan des Perikles bewährte. Um 430 v. Chr. wurde Perikles seines Amtes enthoben und wegen Unterschlagung verurteilt. Kurz vor seinem Tod wurde er jedoch rehabilitiert.
 
Zum Bild des Perikles in der antiken Literatur
 
In antiken Quellen ist überliefert, dass Perikles zwar gut ausgesehen hat, aber die unschöne Form seines Kopfes ("Zwiebelkopf") die Harmonie störte. Doch der Helm, mit dem er porträtiert ist, kennzeichnet ihn nur als Strategen und findet sich auch an anderen ähnlichen Porträts.
 
In der antiken Literatur wird von zahlreichen Statuen des Perikles berichtet. Eine dieser Statuen, die laut Überlieferung auf den Bildhauer Kresilas zurückgeht, soll auf der Akropolis in Athen gestanden haben. Auch hier war Perikles mit Helm dargestellt. Wie die Gesamtstatue aussah, ist jedoch nicht bekannt.
 
Beobachtungen zum Porträt
 
Da Kopien mit Namensinschrift erhalten sind, können die Porträts des Perikles sicher identifiziert werden. Porträts in London und Berlin zeigen ihn übereinstimmend als bärtigen Feldherrn, der durch einen zwar altmodischen, aber sehr dekorativen korinthischen Helm ausgezeichnet ist.
 
Getreu dem Stil seiner Zeit bestimmen sehr harmonische Formen das Porträt des Perikles, die ruhigen Gesichtszüge erinnern an Nachrichten, wonach Perikles öffentlich kaum je die Miene verzog, ja nicht einmal weinte, als er die Nachricht vom Tod eines Sohnes erhielt. Solche Zurückhaltung entsprach einem IdealInbegriff der Vollkommenheit; erstrebenswertes Ziel, Wunschbild., das auch die Kunst der Klassik bestimmte.
 
 Sammlung  E-learning  Quellen  Literatur
 
Gisela M. A. Richter: The Portraits Of The Greeks. Abridged Edition. Phaidon Press Limited, Oxford, 1984, S. 173ff.
Der neue Pauly: Enzyklopädie der Antike, Band 9, Metzler, Stuttgart, 1998