Isokrates
 
Isokrates soll sehr zurückhaltend und in sich gekehrt gewesen sein. Doch passt Schüchternheit zu öffentlichem Auftreten als Redner oder zu seinem Porträt?
 
Büste des Isokrates
Zur Person
 
Isokrates lebte von 436−338 v. Chr. in Athen. In seinen frühen Jahren war der griechische Redner u.a. ein Schüler des Gorgiasgriechischer Redner und Philosoph; lebte von 485 bis 380 v.Chr. Neben Protagoras der wichtigste Vertreter der Sophistik; seit 427 Gesandter in Athen; später attischer Wanderphilosoph.. Im Jahre 390 v. Chr. gründete er selbst in Athen eine berühmte Rednerschule. Er sah seine Kunst als Weg zu Anstand und Redlichkeit und sah in der vollendeten Rede ein wertvolles Mittel zur Erziehung. Als Lehrer von Rednern (wie Demosthenes) und Staatsmännern (wie Lykurgosathenischer Politiker und Redner, lebte von etwa 390 bis 324 v. Chr.; als Leiter der Staatsfinanzen ließ er seit 338 zahlreiche Bauten und Statuen in Athen errichten, um an die große kulturelle Tradition der Stadt anzuknüpfen.) sowie als Berater von Fürsten, erlangte er hohes Ansehen.
 
Von den 60 unter seinem Namen verfassten Reden sind 21 erhalten, wie z.B. der "Panegyrikos", der "Areiopagitikos" oder die Rede "Über den Vermögensaustausch"; die Zuschreibung einiger Reden ist umstritten. Wegen ihres ausgewogenen Stils wurden sie später sehr geschätzt und besonders gern zu Lehrzwecken eingesetzt. Neben den Reden des Isokrates sind auch 9 Briefe vollständig erhalten.
 
Zum Bild des Isokrates in der antiken Literatur
 
Antike Quellen berichten, dass Isokrates schüchtern war und eine schwache Stimme hatte. Der Überlieferung zufolge hat er deshalb Reden nie öffentlich gehalten, sondern sich darauf beschränkt, sie zu verfassen und das Reden zu lehren.
 
Aus der antiken Literatur ist die Existenz zweier Statuen des Isokrates überliefert: Eine dieser Statuen ließ der General Timotheos zum Zeichen seiner Bewunderung für Isokrates in Eleusis aufstellen. Das zweite Bildnis ließ der Adoptivsohn des Isokrates, Aphareus, nach dem Tod seines Vaters auf einer Säule in Athen errichten.
 
Beobachtungen zum Porträt
 
Eine 1767 in Rom gefundene kleine Büste wird durch ihre Inschrift als Porträt des Isokrates identifiziert. In stark überarbeiteter Form gelangte sie 1785 in die Villa Albani in Rom. Darum ist dem Bildnis kaum mehr abzulesen, als dass Isokrates sich ganz nach der Mode seiner Zeit als würdiger und bärtiger alter Mann darstellen ließ.
 
Doch dürfte dies recht gut seiner Absicht entsprochen haben, denn auch in seinen Reden bemüht er sich um Ebenmaß und Zurückhaltung, nicht um Extravaganz.
 
 Sammlung  E-learning  Quellen  Literatur
 
 
Gisela M. A. Richter: The Portraits Of The Greeks. Abridged Edition. Phaidon Press Limited, Oxford, 1984, S. 151ff.
Der neue Pauly: Enzyklopädie der Antike, Band 5, Metzler, Stuttgart, 1998