Crassus
 
Crassus war der reichste Mann Roms. Doch so hager wie er im Porträt wirkt, hat er es sich anscheinend trotz seines Reichtums nicht gut gehen lassen.
 
M. Licinius Crassus. Kopenhagen, NCG
Zur Person
 
Marcus Licinius Crassus lebte von 115 − 53 v. Chr. in Rom. Der römische Politiker wurde wegen seines Vermögens auch dives ("der Reiche") genannt. Im Jahre 71 v. Chr. schlug er den Sklavenaufstand des Spartakus(lat.: Spartacus), römischer Sklave thrakischer Herkunft. Er entfloh 73 v.Chr. aus einer Gladiatorenschule in Capua und fand großen Zulauf unter entlaufenen Sklaven. Mit seinen Anhängern schlug er mehrere römische Heere. Er wurde durch Marcus Licinius Crassus Dives in Lukanien besiegt; die Reste des Sklavenheeres vernichtete Pompejus. nieder und wurde ein Jahr später mit Pompejus zum Konsul. Gemeinsam mit Caesar und Pompejus bildete er 60/59 v. Chr. das 1. TriumviratDreimännerherrschaft im Rom der Antike; 60 v.Chr. geschlossener privater Bund zwischen Caesar, Gnaeus Pompejus Magnus und Marcus Licinius Crassus zur Durchsetzung ihrer politischen Interessen; wurde 56 v.Chr. erneuert.. Im Jahre 55 v. Chr. wurde er erneut Konsul und bekämpfte danach ohne Erfolg als Prokonsul in Syrien die PartherAngehörige eines nordiranischen Volksstammes im Altertum.. Eine Beschreibung seines Lebens findet sich bei Plutarchgriechischer Schriftsteller, lebte von 46 bis 125 n.Chr. Erhalten sind u.a. seine 44 Biographien, die je einen Griechen und einen Römer vergleichen; er verfasste auch zahlreiche naturwissenschaftliche, theologische, philosophische und ethische Schriften..
 
Zum Bild des Crassus in der antiken Literatur
 
Crassus wird in der antiken Literatur als umgänglich beschrieben. Er soll immer bereit gewesen sein, Leuten von Nutzen zu sein. − Allerdings sprechen die Nachrichten darüber, wie er billig zu großem Grundbesitz kam, für skrupellosen Eigennutz: Seine Privatfeuerwehr begann erst dann mit Löscharbeiten, nachdem die Besitzer vor ihrem brennenden Haus stehend einem Verkauf zugestimmt hatten. Außerdem bereicherte sich Crassus an den Vermögen der in den Proskriptionenjuristisch legitimierte Verfolgungsmaßnahmen, die im Mord an dem jeweiligen politischen Gegner und in der Konfiszierung seines Vermögens gipfelten. politisch Verfolgten. Plutarch schreibt das Vermögen des Crassus demnach "Feuer und Krieg" zu.
 
Doch durch die Freundlichkeit, die er jedem entgegenbrachte, soll er sich selbst mehr Einfluss verschafft haben als sein Bündnispartner Pompejus mit seiner eher anmaßenden Art.
 
Beobachtungen zum Porträt
 
Aus einem Grabfund in Kopenhagen stammt ein Porträt, von dem noch mehrere Kopien erhalten sind. Mit Blick auf den Stammbaum der Familie der Grabinhaber konnte es als das Bildnis des Marcus Licinius Crassus identifiziert werden. Das Porträt zeigt ungeschönt einen älteren Mann mit kurz geschnittenem Haar. Deutlich zu sehen sind die Altersfalten auf der Stirn, um die Augen und den Mund, ebenso die erschlafften Wangen. Zusammengezogene Brauen und Kopfwendung signalisieren Energie und Tatkraft. Der Gesichtsausdruck ist ernst.
 
Das Zusammenspiel genau beobachteter Züge eines gealterten Gesichts mit gedämpftem, aber doch spürbarem Pathosleidenschaftlich-bewegter Ausdruck; feierliche Ergriffenheit. in Mimik und Bewegung ist wohl kennzeichnend für die Selbstdarstellung von Politikern der späten römischen Republik.
 
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Der neue Pauly: Enzyklopädie der Antike, Band 3, Metzler, Stuttgart, 1998