Cicero
 
Cicero war einer der bedeutendsten Redner der Antike. Sein Witz war berühmt und gefürchtet. Vielleicht wurde er mit leicht geöffnetem Mund dargestellt, um ihn als Redner zu charakterisierendarstellen, kennzeichnen..
 
Cicero. Rom, Musei Capitol.
Zur Person
 
Marcus Tullius Cicero wurde 106 v. Chr. in Arpinum geboren. In Rom machte er als Schriftsteller und Politiker Karriere. Nach einer umfangreichen Ausbildung in seiner Jugend war er zunächst als Anwalt in Rom tätig, fand aber bald Zugang zu den höchsten Staatsämtern.
 
Als Konsul gelang es ihm 63 v. Chr. die Verschwörung des Catilina(Lucius Sergius Catilina), wurde um 108 v.Chr. bei Pistoria geboren. Er stammte aus einem alten patrizischen Geschlecht; 63 v.Chr. bereitete er einen Staatsstreich vor, der mit der Ermordung des Konsuls Cicero beginnen sollte. Cicero erreichte mit der ersten seiner 4 Catilinarischen Reden, dass Catilina Rom verließ und offen den Kampf begann. Seine Anhänger in Rom wurden ausgeschaltet und z. T. hingerichtet; er selbst fiel in der Schlacht. niederzuschlagen.
 
Cicero war ein Gegner der Alleinherrschaft Caesars und wandte sich nach dessen Ermordung in scharfen Reden gegen Antonius(Marcus Antonius), römischer Feldherr und Staatsmann; lebte von 82 bis 30 v.Chr. Er setzte sich als Volkstribun 50/49 für Caesar ein und wurde 44 v.Chr. mit ihm zum Konsul ernannt; bildete 43−33 v.Chr. mit Octavian und M. Aemilius Lepidus das 2. Triumvirat; besiegte 42 v.Chr. bei Philippi die Caesarmörder Brutus und Cassius und übernahm die Herrschaft über den Osten des Reiches. Er traf 41 v.Chr. erstmals mit Kleopatra VII zusammen; geriet 32 v.Chr. in einen Konflikt mit Octavian und wurde in der Seeschlacht bei Aktium (31 v.Chr.) von Octavians Feldherrn Agrippa besiegt.. Darin setzte er sich vergeblich für die Wiederherstellung des alten Staates ein. Antonius ließ ihn 43 v. Chr. umbringen.
 
Cicero prägte den Stil der lateinischen Kunstprosadie Kunst der Rede (Schrift) in ungebundener Form; erreichte ihre Vollendung durch Cicero, dessen Reden und theoretische Schriften zur "Redekunst" zu den bedeutendsten Zeugnissen der römischen Rhetorik gehören.. In seinen Werken vermittelt er das Gedankengut der griechischen Philosophie, die auf diese Weise einen wortgewandten Fürsprecher in Rom hatte.
 
Von Cicero sind 58 Volks-, Senats- und Gerichtsreden erhalten, sowie wissenschaftliche Schriften über Redekunst und philosophische Werke. Die umfangreiche Sammlung seiner Briefe zählt zu den wertvollsten Stücken römischer Literatur; sie geben nicht nur Einblick in die politischen und kulturellen Verhältnisse seiner Zeit, sondern vermitteln auch ein deutliches Bild von der Persönlichkeit Ciceros und seiner politischen Umgebung.
 
Zum Bild des Cicero in der antiken Literatur
 
Cicero soll laut schriftlicher Überlieferung sehr witzig gewesen sein. So nahm er selbst seine Glatze und seine Kleinwüchsigkeit mit Humor. Davon zeugen Bruchstücke seiner Schriften, in denen er sich selbst über sein Erscheinungsbild lustig macht.
 
Beobachtungen zum Porträt
 
Porträts des Politikers Cicero waren noch in der römischen Kaiserzeit verbreitet, weil er als Schriftsteller dauerhaft berühmt war. Die Benennung der Kopienserie seines Porträttypus gründet sich auf eine Büste mit Namensinschrift. Die kaiserzeitliche Kopie des Porträtkopfes Ciceros in den Musei Capitolini in Rom zeigt ihn als fülligen älteren Mann mit Altersfalten und Stirnglatze. Der Kopf ist zu seiner linken Seite gedreht. Dieser energischen Bewegung entspricht die Mimik: Stirn und Brauen sind zusammengezogen, was einen konzentrierten Blick ergibt. Die Lippen sind leicht geteilt, was dem aktiven Politiker und Redner angemessen scheint. Das Gesicht wirkt mit seinen erschlafften Formen und Falten nicht geschönt, doch wurde auf eine Darstellung krasser Alterszüge verzichtet.
 
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Der neue Pauly: Enzyklopädie der Antike, Band 3, Metzler, Stuttgart, 1998