Herodot
 
Herodot wurde als "Vater der Geschichtsschreibung" bezeichnet. Als solcher präsentiert er sich im Porträt als würdiger Greis mit gescheiteltem Haar, zweigeteiltem Bart und freundlichem Gesichtsausdruck.
 
Doppelherme Herodot und Thukydides
Zur Person
 
Herodot wurde um 485 v. Chr. in Halikarnassos im Südwesten Kleinasiens geboren. Im Jahre 445 v. Chr. hielt er in Athen öffentliche Vorlesungen aus seinem Werk. Hier fand er Anschluss an den Kreis des Perikles und schloss Freundschaft mit Sophokles. Im Jahre 444/443 v. Chr. beteiligte er sich an der Gründung der panhellenischenalle Griechen betreffend. Kolonie Thurioi in Süditalien.
 
Sein Geschichtswerk umfasst 9 Bücher. Darin wird die Zeit vom Trojanischen Kriegmythischer Kampf infolge der Entführung Helenas durch den trojanischen Prinzen Paris: Agamemnon führte eine vereinigte Streitmacht der Griechen, der u.a. Achilleus und Odysseus angehörten, gegen die von Hektor und Äneas verteidigte Stadt. Im 10. Kriegsjahr brachte eine List des Odysseus die Entscheidung: Dem in die Stadt geholten hölzernen Trojanischen Pferd entstiegen nachts 30 Kämpfer der Griechen, um ihren Kampfgefährten die Tore zu öffnen; die Stadt wurde ein Raub der Flammen. bis zum Zug des Xerxespersischer Großkönig (seit 486 v.Chr.), lebte von 519 bis 465 v.Chr.; stammte aus der altpersischen Dynastie der Achämeniden. Sein Versuch, Griechenland zu erobern, schlug trotz Aufgebots aller verfügbaren Machtmittel fehl (480 v.Chr. Niederlage bei Salamis und 479 v.Chr. bei Platää). gegen Griechenland (Schlacht bei MykaleAuseinandersetzung zwischen den griechischen und den persischen Streitkräften während der Perserkriege 479 v.Chr.; endgültige Vernichtung der persischen Streitkräfte. 479) behandelt; es ist wohl unvollendet geblieben. Die geschichtlichen Ereignisse stellt Herodot als Phasen eines tiefverwurzelten Gegensatzes zwischen Europa und Asien dar. Höhepunkte seiner Erzähl- und Charakterisierungskunst sind die Anekdoten und Novellen, die in der späteren Literatur weit nachgewirkt haben. Hierzu gehört die Geschichte vom Ring des PolykratesTyrann von Samos (seit 538). Herrscher über zahlreiche Inseln der Ägäis und kleinasiatische Küstenstädte, förderte Wissenschaft und Kunst; starb 522 v.Chr. in Magnesia., die Friedrich Schiller in seiner gleichnamigen Ballade aufgriff.
 
Herodot starb um 424 v. Chr.
 
Zum Bild des Herodot in der antiken Literatur
 
Zum Aussehen Herodots oder über Ehrenstatuen wird in antiken Quellen nichts erwähnt. Christodorosbyzantinischer Dichter (aus Koptos in Ägypten), lebte von 491-518 n. Chr.; von ihm ist ein Gedicht von 416 Hexametern überliefert; er berichtet darin über die Statuen im Zeuxippos−Gymnasium zu Byzanz (Konstantinopel), welches Skulpturen altgriechischer Meister enthielt (wurde 532 n. Chr. durch eine Feuersbrunst zerstört). berichtet aus spätantiker Zeit von einer Bronzestatue des Herodot in den Zeuxippos-Thermen Konstantinopels.
 
Beobachtungen zum Porträt
 
Die IkonographieBedeutungslehre, die einzelne Dinge sowie Formen, Farben und Zahlen beschreibt und als Inhalte (Symbole) erschließt. Herodots ist durch Bildnisse mit antiker Namensaufschrift gesichert. Eine DoppelhermePfeiler mit vierseitigem Schaft als Träger von zwei in entgegengesetzte Richtung blickenden Porträtköpfen. in Neapel zeigt ihn gemeinsam mit dem Historiker Thukydides. Die Bildnisse des Herodot stellen ihn mit Scheitelfrisur, zweigeteiltem Bart und freundlicher Mimik dar. Die Stirnhaare sind symmetrisch angeordnet und der Bart hat vorn zwei senkrecht gedrehte Locken.
 
Herodot wird so als vornehmer älterer Mann charakterisiertdargestellt, gekennzeichnet., der nach der Sitte seine Haare verhältnismäßig lang und sorgfältig frisiert trägt. Dieses Porträt hebt die Alterswürde und Erfahrung des Historikers hervor, Eigenschaften, die auch seinem Werk Autorität verleihen.
 
 Sammlung  E-learning  Quellen  Literatur
 
 
 
Gisela M. A. Richter: The Portraits Of The Greeks. Abridged Edition. Phaidon Press Limited, Oxford, 1984, S. 131ff.
Der neue Pauly: Enzyklopädie der Antike, Band 5, Metzler, Stuttgart, 1998
Friedrich Schiller: Der Ring des Polykrates, Ballade, 1797